Mario Döweling - Vogelsberg

Schwerpunktthema

Bildungspolitik

•Ich will mehr Freiheit für die Hessischen Schulen. Früher wurde oft gefordert von dem ehemaligen PISA-Sieger Finnland zu lernen. Damit wurden dann Debatten über Einheitsschule und Schulstrukturen geführt. Dabei ist die Qualität des Unterrichts entscheidend- nicht die Schulstruktur! Aber: In Finnland haben die Schulen viel mehr Freiheit. Sie können ihre finanziellen Mittel flexibel einsetzen und entscheiden ob sie mehr Lehrer, mehr Lehrmittel oder eine Verwaltungskraft benötigen. Dadurch lassen sich passgenaue und qualitativ hochwertige Schul- und Unterrichtsangebote erzeugen, die auf die Verhältnisse vor Ort zugeschnitten sind! Diese Möglichkeiten müssen wir Hessens Schulen auch geben und dafür setze ich mich zusammen mit der Hessischen FDP ein. Ein erster Schritt war es, den Schulen zu erlauben, ein eigenes Girokonto zu führen.
Seit 2011 liegt ein neues Hessisches Schulgesetz vor, das den Schulen ein nie da gewesenes Maß an Freiheit in der Verwendung der Ressourcen und der Gestaltung des Unterrichts gewährt.
Danach kann jede Schule selbst im Rahmen der Gesamt- und Schulkonferenz und nach Abstimmung mit dem Schulträger, entscheiden, ob und wie schnell sie den Weg in die Selbstständigkeit gehen will. Dabei wird auch auf die Belange der verschiedenen Schulformen Rücksicht genommen.
So erhalten zum Beispiel die Beruflichen Schulen ganz neue Möglichkeiten bis hin zur rechtlichen Selbstständigkeit, denen die Erkenntnisse des Modellversuchs "Selbstverantwortung Plus" zugrunde liegen!

•Unter Federführung der FDP haben die Hessischen Schulen in den letzten Jahren einen nie da gewesenen Aufwuchs an Ressourcen erlebt! 2.500 zusätzliche Lehrerstellen wurden geschaffen besetzt, genauso wie alle weiteren frei werdenden Lehrerstellen, die Unterrichtsversorgung auf 105% im Landesdurchschnitt erhöht und jedes Jahr über den eigenen Bedarf hinaus Referendare ausgebildet! Nun gilt es dem quantitativen Aufwuchs eine Qualitätsoffensive folgen zu lassen! Die Fortbildung vor allem im Bereich der individuellen Förderung jeden Schülers ist zu intensivieren und die Lehrerausbildung so zu gestalten, dass wir nur die besten Kräfte als Lehrer bekommen. Dafür setze Ich mich zusammen mit der FDP Hessen ein!

•Eine große Herausforderung für die Hessische Schullandschaft wird die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die "Inklusion", also die gemeinsame Beschulung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen im Regelunterricht, ist ein ehrgeiziges Ziel, dem sich die BRD verpflichtet hat. Das die Verwirklichung dieses Ziels nicht von heute auf morgen geht und eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels bedarf, ist unter Experten unumstritten. Gleichwohl ist immer auch das Wohl des einzelnen Kindes zu bedenken. So wird es wohl trotz aller Anstrengungen immer Fälle geben, wo eine adäquate Förderung nur unter dem Dach einer Förderschule möglich ist. Deshalb gilt hier das Credo: "Soviel gemeinsamer Unterricht wie möglich, soviel getrennte Förderung wie nötig!"

•Eine weitere Herausforderung wird der demographische Wandel in Hessen, vor allem bei uns im Vogelsbergkreis. Hier gilt es nach Möglichkeit zu versuchen über intelligente Lösungen wie Verbundschulen, jahrgangsübergreifenden Unterricht etc, die Schulstrukturen auch in der Fläche zu erhalten. Hier kann die Landespolitik allerdings nur die Rahmenbedingungen schaffen, die Entscheidungen sind vor Ort von den Schulträgern zu treffen. Ich hab mich während meiner Zeit im Landtag dafür eingesetzt, diese Rahmenbedingungen in das neue hessische Schulgesetz zu schreiben. Nun gilt es auch dafür zu sorgen, dass demographische benachteiligte Gebiete wie der Vogelsbergkreis einen Demographieindex in der Lehrerzuweisung erhalten, um den Schülerinnen und Schülern ein ebenso gutes und breit gefächertes Angebot an Kursen zu bieten, wie im Ballungsraum! Dazu muss die so genannte "demographische Rendite" aus den zurück gehenden Schülerzahlen im System und vor allem in der Fläche bleiben! Dafür müssen alle Parteien im Vogelsberg an einem Strang ziehen, um unsere Interessen gegenüber den Entscheidungsträgern in der Landespolitik zu verdeutlichen und um die Benachteiligung gegenüber dem Ballungsraum zu beenden!

•Ich halte die Umstellung von 9 Jahren auf 8 Jahre gymnasiale Schulzeit (G 8) nach wie vor für leistbar. Es macht keinen Sinn wieder alles flächendeckend zu ändern. Schule braucht Konstanz! Gleichwohl respektieren wir die Wünsche der Eltern, die an vielen Orten lieber wieder ein G 9-Modell haben wollen.

Aber auch die Wünsche der Schulgemeinden nach stärkerer Profilierung, gerade auch durch die freie Wahl zwischen G 8 und G9. Die FDP hat als erste Partei gefordert den Gesamtschulen die Wahl zwischen G8 und G 9 zu lassen. Wir stehen für einen positiven Wettbewerb zwischen den Schulen der eine Verbesserung der Qualität für unser gesamtes Schulsystem zur Folge hat und möchten ihnen diese Möglichkeit zugestehen, gerade im ländlichen Raum!
Deshalb haben nun auch die Gymnasien die Wahlmöglichkeit zwischen G 8, G 9, sowie einem kombinierten Modell erhalten.

Mit der flächendeckenden Einführung der Bildungsstandards werden die Lehrpläne noch einmal deutlich entschlackt werden und die Schulen erhalten mehr Freiräume in der Gestaltung und Rhytmisierung des Unterrichts! Das wird mittelfristig zu mehr Qualität und maßgeschneiderten Lösungen vor Ort führen. Das ist letztlich produktiver, als die unselige G8- oder G9-Debatte in ganz Hessen zu führen und bringt unseren Schülerinnen und Schülern mehr!

•Die aktuelle PISA-Studie hat erneut eine Debatte über die Zukunft der Hauptschule ausgelöst. Ich stehe ganz klar zum Erhalt dieses Bildungsganges. Wir als FDP fordern eine neue Didaktik für die Hauptschule, das heißt die Wissensvermittlung und Organisation dieser Schulform muss neu erdacht werden. Das ist die zentrale Herausforderung.
Ob man Haupt- und Realschüler in verbundenen Klassen oder zeitweise differenziert unterrichtet ist letztlich zweitrangig und richtet sich auch nach den Gegebenheiten vor Ort- wichtig bleibt der Erhalt beider Schulformen bzw. Bildungsgänge, denn Industrie und Handwerk benötigen den gut ausgebildeten Hauptschüler ebenso, wie den Realschüler oder Gymnasiasten.

Bei all diesen Debatten über Differenzierung und Schulstruktur muss selbstverständlich die individuelle Förderung der Kinder im Vordergrund stehen. Hier sind die Praktiker an unseren Schulen gefragt, ein System zu entwickeln, das auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten ist. Dabei sollten die Schulen größtmögliche Freiheiten durch das Land Hessen und den Schulträger erhalten.

Dafür kann auch die "Neue Mittelstufenschule" eine Möglichkeit für Haupt- und Realschulen bieten, ein besonderes Profil zu entwickeln und neue Wege in der Kooperation mit Beruflichen Schulen und/oder Betrieben zu gehen.

•Aber das Lernen fängt ja nicht bei der Schule an. Die FDP hat das Modell der „Kinderschule“ entwickelt. Das bedeutet es gibt ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder, bei dem sie fachlich, aber auch sozial auf einen Stand gebracht werde. Damit später nicht mehr Kinder in einer Klasse sind, wo das eine schon lesen kann und das andere sich vielleicht nicht einmal die Schuhe binden kann. Gleiche Startbedingungen für alle Kinder sind schließlich nur fair. Leider ließ sich die "Kinderschule" aufgrund diverser rechtlicher und organisatorischer Probleme nicht sofort landesweit umsetzen. Deshalb befürworte Ich einige Pilotprojekte, wie die "Qualifizierte Schulvorbereitung" (QSV) in denen dieses System erprobt wird. Ich werde mich mit der Hessischen FDP für eine Evaluation und baldige Übertragung der Erkenntnisse auf alle Kindertagesstätten in Hessen einsetzen!

•Gute und beständige Fort- und Weiterbildung ist für jeden Menschen gleich welchen Alters wichtig! Vor allem in ländlichen Regionen wie dem Vogelsbergkreis kann ein flächendeckendes und breites Angebot nur vorgehalten werden, wenn bestehende Angebote vernetzt und gebündelt werden. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden! Deshalb befürworte Ich die Weiterführung der Hessencampus-Initiativen, um die Fort- und Weiterbildung im Vogelsberg und in Hessen fit für die Zukunft zu machen!


Mario Döweling